Charlys letzter Gang!

Über die Regenbogenbrücke.

Charly

Charly

Hallo aus Uruguay,

über Charly unseren blinden Wunderhund habe ich schon bereichtet.

Nun hat Charly heute um 14.43 unter meinen Händen für immer die Augen geschlossen und ist nun auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke.

Charly wäre nächste Woche erst ein Jahr alt geworden.

Nicht nur, dass Charly von Geburt an fast blind war, was die Züchterin in 3 Monaten angeblich nicht bemerkte, nein auch sein Innenleben war genetisch defekt. So etwas kommt nur dann vor wen man zuviel Inzucht betreibt, was bei dieser Züchterin aus Buenos Aires wohl etwas normales ist.

Der Rubel muss ja rollen und es finden sich garantiert eine paar Deppen welchen man so einen Hund aufs Auge drücken kann.

Und nein wir sind nicht die Einzigen welche von dieser Frau schon betrogen wurden.

Zurück zu Charly und warum er so plötzlich gegangen ist.

Am letzten Mittwoch haben wir Charly kastrieren lassen. Ein Kastration ist normalerweise eine Kleinigkeit und nicht weiter erwähnenswert.

Charly musste kastriert werden, weil wir um seinen Zustand wussten und er für eine weitere Zucht ungeeignet war. Diese Defekte hätte er an seine Nachkommen weiter vererbt. Nun ist es so, dass Rüden mit knapp einem Jahr Geschlechtsreif werden und dann jeder heißen Hündin nachstellen. So natürlich auch Charly. Da wir gerade wieder 2 heiße Hündinnen hatten, welche auch prompt von Ramiro geschwängert wurden, was wir auch zuließen, so merkte eben auch Charly, dass sein Ding nicht nur zum Pinkeln geeignet war.

Also mussten wir verhindern, dass er sich fortpflanzt.

Die Kastration lief erst einmal ohne weiter Komplikationen ab.

Doch am Freitag sahen wir uns sein Teil an und merkten eine Schwellung. Am Samstag hat unser Food Aspirator, also unser Essens Staubsauger, der niemals nur genug zu fressen bekommen konnte, nichts gefressen. Schon alleine das war recht komisch. Darum bin ich nochmals mit ihm zum Tierarzt gefahren damit er ihn sich anschauen konnte.

Ein Blick auf den eigentlich leeren Eiersack sagte genug. Dieser war prall geschwollen. Niemals habe ich so einen dicken Sack gesehen. Darauf bekam er 3 Spritzen und einen Termin am Montag morgen den er nun nicht mehr wahr nehmen kann.

sack

Charlys Hodensack prall geschwollen.

Am heutigen Sonntag, wie immer am Wochenende, kam meine Maus von Ihrer Nachtschicht nach Hause und Charly kämpfte sich ihr noch entgegen um sie ein letztes Mal zu begrüßen. Man meint er hat nur auf sie gewartet.

Wir nahmen ihn dann mit ins Haus, wo sich sein Zustand zusehends verschlechterte. Sie sagte schon zu mir, er stirbt und ich wollte es immer noch nicht glauben. Das war so gegen 12 Uhr.

Sein Kampf dauert dann noch fast 3 Stunden.

In dieser Zeit verfärbte sich sein Zahnfleisch von blass bis gelblich. Wir konnten hilflos zusehen wie er sich buchstäblich quälte und immer weiter von uns entfernte.

Fast die ganze Zeit war meine Maus bei ihm und hat natürlich geheult.

Ich machte noch eine letzte Videosequenz von Charly um dann meine Frau abzulösen weil sie es nicht mehr ertragen konnte.

Charly stand vor der Brücke, ich konnte es fühlen, er fing an, auf der Seite liegend, zu galoppieren und lief los, er sah das andere Ende der Regenbogenbrücke, ich konnte es fühlen und sehen, er lag in meinen Händen, ich machte ihm Mut und sagte nun geh weiter, Du hast es gleich geschafft. Er galoppierte nochmals mit seinen Beinen durch die Luft, er fing an zu röcheln und sein Atem wurde immer unregelmäßiger. Ich sprach ihm nochmals an und streichelten ihn am Kopf, solange bis er dann seinen letzten Atemzug machte.

Charly war in meinen Händen gestorben. 

Ich denke ich muss jetzt nicht betonen, dass ich Wasser in den Augen habe wenn ich dieses schreibe.

Charly war auf seine blinde Art ein ganz besonderer Hund, er tollte mit den Anderen als hätte er nichts, er zeigte uns das es nichts ausmacht behindert zu sein und nichts sehen zu können. Ok wir mussten aufpassen wenn er rannte, dass wir nicht seinen Weg kreuzten und mehr als einmal ist er uns Beiden ans Bein gerannt.

Nun warum ist Charly an einer an sich harmlosen Kastration gestorben?

Charly hatte wohl eine leichte Anemia und auch bei der Blutgerinnung einige Probleme. Er war wohl ein Bluter. Und genau das ist mit ihm passiert, er ist sehr wahrscheinlich innerlich verblutet. Dies führte dann zu einem Leber und dann Kreislaufversagen an dem er dann letztendlich gestorben ist.

Genaueres würde nur eine Obduktion bringen.

Ich brachte Charly dann dahin wo ich die Anderen auch schon hin brachte. In die freie Natur wo ihn die Geier wohl bald finden werden und seinen Kadaver entsorgen.

Und tschüss Charly.

Und tschüss Charly.

Und hiermit verspreche ich Eines: Sollte mir diese Züchterin aus Buenos Aires, deren Name ich natürlich kenne, irgendwann hier in Uruguay über den Weg laufen, dann kann sie sich auf etwas gefasst machen.

Traurige Grüße aus Uruguay

Peter

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