Anandas Gang über die Regenbogen Brücke.

Absolut kurz und wirklich schmerzlos.

Das war Ananda

Das war Ananda

Hallo aus Uruguay,

der gestrige Tag lieferte uns den absoluten Beweis dafür, dass der Tod wirklich nichts Schlimmes ist.

Nach langer und reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen unsere 10 jährige Ananda nach ca. 7 Jahren Qualen von eben diesen zu erlösen.

Ananda hatte in ihrem Leben  5 Operationen und ist bei denen dem Tod immer wieder von der Schippe gesprungen. Sie musste 7 Jahre ein nicht gerade harmloses Medikament nehmen um überhaupt zu überleben. In den letzten beiden Jahren bekam sie diverse Tumore und wenn man mit der Hand über ihren Körper fuhr konnte man diese sehr deutlich spüren. Dazu wurde sie auch noch zuletzt inkontinent. Dass sie aggressiv gegenüber den Anderen war, ist denke ich bei all ihrem Leid verständlich. Dennoch war sie eigentlich ein liebes Mädchen.

Wir dachten aber es wäre besser für Sie wenn wir sie erlösen. Sie hatte garantiert Schmerzen mit denen Hunde aber anders umgehen als wir Menschen. Man konnte es aber an ihren Augen sehen.

Seit ein paar Tagen stand der Termin beim Tierarzt fest.

Gestern morgen war unsere Ananda wie ausgewechselt. Sie kam uns freudig begrüßen und wich mir kaum von der Seite. Als es dann soweit war und ich ihr ein Halsband anlegte und sie mit der Leine zum Auto brachte, sprang sie freudig hinein. Alle Anderen waren sehr aufgeregt und bellten sie an, es war quasi so als wollte sie tschüß sagen. Währen der Fahrt schaute Ananda sehr oft nach draußen und als wir dann beim Tierarzt ankamen stieg sie brav aus und ging mit mir, als wäre sie der beste Hund auf der ganzen Welt, hinein in die Praxis. Selbst dort machte sie brav Sitz und war, obwohl sie eigentlich Angst vor Tierärzten hat, absolut ruhig und gelassen.

Offensichtlich spürte und wusste sie genau was passieren sollte und sie war wohl glücklich darüber. 

schlafende Ananda

Das letzte Foto von der schlafenden Ananda.

Ich hob sei dann auf den Behandlungstisch wo sie eine Beruhigungsspritze bekam. Nach ein paar Minuten konnte der Tierarzt ihr eine Betäubungsspritze geben. In dieser Zeit hielt ich sie im Arm und wir schauten uns in die Augen. Ich sah keine Angst, nein ich sah Dankbarkeit und Liebe. Es dauerte nicht lange und ihre Augen fielen das letzte Mal zu. Ich bettet ihren Kopf auf dem Tisch und streichelte sie solange bis sie ihre letzte Injektion bekam nach der dann ihr Herz aufhörte zu schlagen.

Tote Hunde werden in Uruguay normalerweise einfach so in den Müll geworfen.

Aber nicht Bei mir!

Wir luden den nun leblosen Körper auf die Ladefläche von meinem Auto und ich fuhr sie ca. 40 km ins Landesinnere dorthin wo keine Menschen wohnen. Da kenne ich einen Platz an dem ich letztes Jahr schon Azul, Anandas Tochter, nach ihrem plötzlichen Tod, der Natur überließ. Genau dort hin brachte ich auch Ananda.

Azuls Reste

Die Reste von Azul

Als ich dort ankam, begrüßten mich erst einmal zwei freilaufende Kühe. Dann schaute ich was aus Azul geworden ist und fand die Reste ihrer ausgebleichten Knochen und ging dann zum Auto und holte Ananda um sie in der Nähe von Azul abzulegen. Das war nicht so schwierig weil die Leichen starre noch nicht eingetreten war.

Nun kann die Natur ihr Werk vollenden und in ein paar Tagen wird von Anada nicht mehr übrig sein als von Azul. Die Aasgeier werden sich auf ihren Körper stürzen und ihn auf natürliche Weise für sich nutzen.

Ende Ananda

Machs gut Ananda.

Mir blieb nichts anderes über als dann nach Hause zu fahren.

Was bleibt ist ein trauriges Gefühl welches man erst einmal selbst verarbeiten muss.

Festzustellen wäre noch, der Tod ist nichts Schlimmes, das hat mir der gestrige Tag ausdrücklich bestätigt. Allerdings kam für mich wieder die Frage auf: Wenn es bei Tieren so einfach ist, warum tut man sich in den USA bei Menschen manchmal so schwer? Obwohl ich weiß, dass es doch auch bei Menschen wesentlich einfacher geht, wie ich schon einmal erleben durfte.

Liebe Grüße aus Uruguay

Peter

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